Weinwelt Kaiserstuhl-Tuniberg

Die Landschaft
Der Kaiserstuhl Sonnenreichste deutsche Landschaft
Der Kaiserstuhl ist ein Erlebnis ganz eigener Art. Weder Schwarzwald noch Vogesen haben Teil an ihm, seine großen Nachbarn, die die Oberrheinebene, aus der er sich wie eine Insel erhebt, nach Ost und West begrenzen. Er ist vulkanischen Ursprungs und Deutschlands sonnenreichstes Gebiet, ein Rebengebirge. Wer könnte sich der Stimmung dieser Landschaft entziehen, in der Heiteres, Gelöstes, Schwermütiges, Intimes und Erhabenes sich auf einzigartige Weise verbinden. Hier sind der Hast der Zeit sichere Grenzen gesetzt.
Blick vom Aussichtspunkt Mondhalde bei Oberrotweil auf den Winzerort Oberbergen
Blick vom Aussichtspunkt Mondhalde bei Oberrotweil auf den Winzerort Oberbergen
Geographisches
Drei vulkanische Ausbruchsphasen haben das Gebirge geprägt. Die Eigenart des Kaiserstuhls resultiert aus Millionen Jahren der erdgeschichtlichen Entwicklung, beeinflußt vom Absinken des Oberrheingrabens und der in Gegenbewegung sich auftürmenden Randgebirge, in drei großen vulkanischen Ausbruchsphasen, die ihn mit der vielfältigen Ausprägung seiner Gesteine für Geologen und Mineralogen zum Studienobjekt ersten Ranges werden ließ. In der Eiszeit ist das ehedem weit mächtigere Bergmassiv, durch Abtragung schon beträchtlich gemindert, durch Stürme mit Löß bedeckt worden, dem aus der Gesteinsverwitterung der Randgebirge stammenden Staub. In seiner weitesten Ausdehnung von Südwesten bei Ihringen bis zum Riegeler Michaelsberg im Nordosten ist der Kaiserstuhl 16 km lang; seine größte Breite erreicht 12,5 km. Totenkopf (558 m) und Neunlinden (566 m) sind seine höchsten Erhebungen. 3 kleine Städte und 18 Dörfer, lauter klangvolle Namen in den Ohren des Weinkenners, liegen in diesem Bereich, und wo immer der Gast auch verweilen mag, all die Schönheiten, die der Kaiserstuhl bietet, sind vorhanden oder leicht erreichbar.
 
Blick auf Alt-Vogtsburg und das Naturschutzgebiet Badberg
Blick auf Alt-Vogtsburg und das Naturschutzgebiet Badberg
Flora und Fauna
Ein Paradies für Blumen- und Tierfreunde! Nicht nur zur Zeit der Wein- und Winzerfeste, wenn der Farbenrausch des Herbstes die Rebterrassen erklettert, ist der Kaiserstuhl eine Urlaubsreise wert. Bezaubernd ist er auch im Frühling, wenn die Wälder auf den Höhen und in den Rheinauen im ersten grünen Anhauch erwachen, Kirsch- und Pfirsichblüten das Gebirge überfluten, der zarte Duft der Arzneischlüsselblumen darüber hinweht, das große Blühen auf Wiesen und Matten anhebt. Auf Mondhalde und Badberg bedeckt die violette Küchenschelle weite Flächen, und an den Rändern der Rebstücke blüht die blaue Moschushyazinthe. Den ganzen Sommer über sind dem Naturfreund immer neue Überraschungen beschert. 36 Orchideenarten sind am Kaiserstuhl heimisch. Aus dem Süden ist die grün-geschuppte Smaragd-Eidechse eingewandert, die bis zu 40 cm lang wird. 728 Arten Großschmetterlinge und 1.300 Käferarten leben hier. Wer der Flöte des Pan zu lauschen versteht, wandere durch einen der vielen Hohlwege, eingeschnitten in den Lößspeck des Gebirges, oder lege sich auf den Buckel des Badberges. Sein Leben lang wird den Wanderer dieses Erlebnis beglücken.

Der Kaiserstuhl Weingarten Freiburgs
Das kleine aber feine Weinanbaugebiet Tuniberg in Baden liegt vor den Toren Freiburgs. Auf 100 Meter erhebt sich das sanft terrassierte Plateau am südlichen Oberrhein, an dem sich acht Winzergemeinden malerisch an die Hügellandschaft anschmiegen. 10 Kilometer lang und nur vier Kilometer breit, die Schwarzwald-Metropole Freiburg im Osten, die Europastadt Breisach im Westen. 1.060 Hektar Rebfläche werden hier von acht Winzergenossenschaften (80%) und mehreren Weingütern bewirtschaftet. Selten erlebt man eine Weinlandschaft so deutlich als Weingarten wie hier: Begrünte, mit Rosenstöcken geschmückte Rebzeilen, vielerorts eingebettet in blühende Obstgärten, Wiesen, Felder und Böschungen. Eine weite, offene Kulturlandschaft, die auf ihrem Höhenweg herrliche Aussichten auf die gesamte Rheinebene, den Breisgau, den Südschwarzwald und die Vogesen bietet.
Blick auf die Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg
Blick auf die Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg
Geographisches
Geologisch entstanden ist der Tuniberg als ein westlich des Schwarzwaldes vorgelagerter Grabenrandschollen im Laufe verschiedener epochaler Senkungen des Oberrheingrabens vor ca. 55 bis 2 Millionen Jahren durch die Verschiebung einzelner Erdkrusteteile (sog. Schollen). An den oberen Bergschichten im Westen sind noch die Kalkoolithschichten sichtbar, ein marines Sedimentsgestein, das am Tuniberg eine Mächtigkeit von bis zu 58 Metern erreicht. Am südlichen Tuniberg findet sich aus vulkanischer Aktivität des Alttertiär-Zeitalters Tuffschlot, nicht etwa Magma-Gestein wie im benachbarten Kaiserstuhl. Dicke Lößschichten mit Schluffanteil (staubfeine Gesteinspartikel, die von winzigen Kapillaren durchzogen sind) aus dem Eiszeitalter vor ca. 2,5 Millionen bis 10.000 Jahren, überlagerten den Gesteinsgrund und bedecken seither das Hochplateau teils auf bis zu 25 Metern. Bizarr schöne Hohlwege, im Volksmund "Kinzigen" genannt, haben sich geformt, die in ihrer geschlossenen Naturidylle eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Dem Weinbau bieten die kalkreiche Löß-Lehmschichten die perfekte Grundlage eines fruchtbaren Terroirs mit guter Wasserzirkulation.
 
Flora und Fauna
Mit einer jährlichen Sonnenscheindauer von 1.670 Stunden zählt der Tuniberg zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Ende April beginnt hier meist schon die Apfelblüte. Mediterrane und maritim-atlantische Einflüsse prägen das milde Klima. Nicht weniger als 236 schützenswerte Biotope haben sich entwickelt, dichte Lebensräume in teils noch feuchten Wassergräben bis hin zu trockenheissen Felspartien. Entsprechend faszinierend und vielfältig ist die Pflanzen- und Tierwelt, der man einfach so am Wegrand begegnen kann: dem Milchstern, der Traubenhyazinthe, der Küchenschelle, wild wachsenden Orchideen und Anemonen, im Herbst zeigen sich Berberitze und Liguster, üppig säumen Schlehe und Heckenrose die Wanderwege. Auch viele seltene Schmetterlings- und Vogelarten, Libellen und die Smaragdeidechse fühlen sich wohl am Tuniberg.

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